Schottland Roadtrip: Unsere 7-Tage-Route durch die Highlands (2020)
- 14. März
- 8 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Tagen
Wir schreiben das Jahr 2020. Die Welt ist auf Pause, das Corona-Virus hat alles fest im Griff. Doch im September, zwischen zwei Lockdowns, wagen wir den Sprung. Wir machen uns auf eine Reise, die der Anfang von etwas Größerem werden soll.
7 Tage Schottland – Edinburgh, Glencoe, die Highlands und zurück.

Warum gerade ein Schottland Roadtrip?
Unser Ziel ist Schottland. Dieses Land liegt uns schon länger im Auge. Wir waren 2018 in London und mochten es wirklich sehr. Dabei haben wir auch ein wenig das Umland erkundet und haben uns in die englische Landschaft verliebt. Aber alle sagen, dass Schottland dem ganzen noch einen drauf setzt. Außerdem trinkt Artur gerne Whisky, vor Allem Scotch. Also war es nur eine Frage der Zeit, bis Schottland an der Reihe war.
Und so haben wir im Januar 2020, noch vor der Pandemie, alles vorbereitet. Es sollte ein Roadtrip quer durch das Land werden. Die Reise wurde geplant, Flüge* und Mietwagen* gebucht, Hotels* und Unterkünfte reserviert. Kurz danach wurde die Pandemie ausgerufen und unsere Pläne waren in der Schwebe. Wird das noch was oder besser alles stornieren? Wir sind das Risiko eingegangen und haben nicht storniert. Und es hat sich gelohnt. Was wir hier schon sagen können: während der gesamten Reise war Schottland nicht überlaufen. Im Gegenteil: durch das Virus mussten wir zwar hier und da vorsichtiger sein was Menschenmengen angeht, aber Wanderwege und Ausflüge waren super leer. Es waren einfach kaum Leute unterwegs.

Schottland war mehr als eine Reise

Schottland war nicht unsere erste Reise. Wie gesagt, wir waren vorher in London, aber auch auf Sardinien, Paris, Berlin, Mexiko, Kuba, Kroatien, Luxemburg, Neuseeland, New York, Niederlande, und Venedig. Aber Schottland war der Anfang der Fotografieleidenschaft von Artur. Ein Jahr vorher, im September 2019, haben wir geheiratet. Dafür haben wir uns eine Fotobox selbstgebaut mit einer gebraucht gekauften und echt alten Nikon D80 Kamera. Die Kamera war damals schon 13 Jahre alt und hatte beim Vorbesitzer schon einiges mitgemacht. Für eine Fotobox war sie aber allemal gut. Als wir nun nach Schottland wollten, fiel Artur ein, dass er sie noch nicht verkauft hatte. Also hat er sie einfach mal eingepackt.
Was kann schon passieren, richtig?
Nun, qualitativ waren die Bilder, die damals entstanden sind, eher... mittel. Aber der Funke ist übergesprungen. Was ihm damals klar wurde: Fotografieren ist mehr als einfach draufhalten und losschießen. Es ist Kunst und eine Ausdrucksform. Wie gesagt, die Bilder waren sowohl technisch als auch künstlerisch noch nicht sonderlich gut. Daher können wir euch leider keine Prints davon in unseren Shop anbieten. Tatsächlich hat es zwei weitere Jahre und eine neue Kamera (eine Canon 250D*, erstklassige Einstiegskamera!), bis zu unserer Irland-Reise gedauert, bis wir zufrieden waren. Aber der Grundstein war gelegt. Du willst dich selbst überzeugen? Schau dir die Irland-Kollektion an!
Tag 1: Die Reise beginnt in Edinburgh
Okay, nach all dem Vorgeplänkel: wo ging der Schottland Roadtrip denn lang? Angefangen haben wir in Edinburgh. Allerdings nicht so, wie wir gehofft hatten. Wir haben am Abend vorher eine Mail der Fluggesellschaft bekommen, dass unser Flug verschoben wird. Von 13:00 Uhr mittags auf… 07:00 Uhr morgens. Jap, 6 Stunden früher. Also haben wir panisch alles gepackt und sind ins Bett. Um 3 Uhr morgens sind wir auf aufgestanden und an den Flughafen gefahren. Da hat auch soweit alles geklappt und wir konnten, etwas übermüdet, getrost nach Schottland fliegen. Das Problem: in Edinburgh angekommen war unser Mietwagen natürlich noch nicht bereit. Der Mitarbeiter hat alles gegeben, konnte uns aber so früh nichts anbieten. Glücklicherweise gab es eine Tram vom Flughafen bis an den Hauptbahnhof in Edinburgh. Und unser Hotel war mehr oder weniger direkt am Bahnhof. Aber das Zimmer war natürlich auch noch nicht fertig.

Was also machen?
Klar, frühstücken!
Und was für ein Frühstück das war. Wir haben unsere Koffer im Hotel abgegeben und sind ausgehungert und übermüdet einfach mal los spaziert. Und dann haben wir ein tolles Café gefunden, mit einem super leckeren, veganen „englischen“ Frühstück. Unsere Rettung. Jetzt waren wir gut gestärkt. Und dank engagierter Mitarbeiter war unser Zimmer im Hotel früher fertig als geplant. Also haben wir eingecheckt und… ein Nickerchen gemacht.
📸 Insider Tipp: Wenn du früh ankommst, nutze die Zeit für einen Spaziergang durch Dean Village oder die Royal Mile. Edinburgh ist auch übermüdet wunderschön.
Tag 2: In Glencoe verlieren alle ihr Herz
Von hier verlief die Reise aber pannenlos, wenn auch nicht weniger abenteuerreich. Nach einem Tag in Edinburgh ging es weiter zum Glencoe. Ein atemberaubender Nationalpark in den schottischen Highlands. Wir sind angekommen bei den Three Sisters, einer einzigartigen Landschaft in den Highlands. Wir zogen die Jacken an, die Rücksäcke* umgeschnallt und dann ging es los. Für ca. 20 Minuten.

Plötzlich hat es so stark angefangen zu regnen, dass wir abbrechen mussten. Zu allem Überfluss: es war genau an Arturs Geburtstag. Aber es ging einfach nicht weiter. Wir haben nichts gesehen, die Unterhosen waren nass und der Boden einfach zu rutschig. Aber dieses Ereignis blieb uns in bester Erinnerungen. Artur sagt bis heute, dass das sein bester Geburtstag überhaupt war. Völllig durchweicht sind wir im Hotel angekommen, haben uns trocken geföhnt und aufgewärmt und haben dann am warmen Feuer gegessen und den Abend ausklingen lassen. Klar, Postkartenmotive und reibungslose Pläne sind toll. Aber diese unerwarteten Momente machen es besonders.
Du kannst dir unsere Schottland-Bilder auch im Portfolio ansehen.
Aber hier gingen die Highlands erst richtig los . Die Wanderung zum Steall Waterfall am nächsten Tag (hier hat Harry Potter gegen den Drachen im Feuerkelch gekämpft) verdient eine eigene Erwähnung. Sie ist nicht schwer, auch nicht sonderlich lang. Aber es gibt da so einen Moment, bei dem man aus dem Wald kommt und um eine Kurve biegt und plötzlich erstreckt sich das satteste Grün vor einem, umgeben von Bergen, die von der Sonne geküsst sind. Dazwischen schlängelt sich ein Schotterweg bis zum Horizont, wo der Wasserfall majestätisch auf eine wartet. Unschlagbar.

🌨️ Insider Tipp: Regenjacke* und Regenhose* sind in Schottland PFLICHT. Das haben wir an diesem Tag am eigenen Laib erfahren. Für Irland waren wir vorbereitet.
Tag 3: Nessie, bist du es?
Die Reise ging über Fort William weiter entlang des Loch Ness (sorry, auch wir haben Nessie nicht gefunden) bis nach Inverness. Auf dem Weg, direkt am Lock Ness, befindet sich eine alte Burgruine. Zum einen ist sie wie ein kleines Museum schön aufbereitet. Aber vor Allem die Ruhe und der Blick auf den See machen den Halt so besonders.

Einfach mal die Seele baumeln lassen.
Inverness ist ein schönes, kleines Städtchen. Hier haben wir in einem Pub mit Gästezimmer übernachtet und den Rest des Abends das Schloss und die Innenstadt erkundet. Am nächsten Tag ging es dann wieder Richtung Süden. Wir haben Halt gemacht in Carrbridge (diese Brücke kennst du sicherlich von Instagram) und im Cairngorms National Park.
🏨 Tipp des Tages: Pubs mit Zimmern findest du über Trip.com*, oft günstiger als Hotels und super authentisch.
Tag 4: Cairngorms - ein Geheimtipp?
Das nächste Highlight: Aviemore. Hier kamen wir recht spät an und wollten eigentlich mit der Dampflock fahren. Natürlich haben wir aufgrund der Unvorhersebarkeit der Pandemie aber keine Tickets vorher gekauft, sondern wollten uns spontan vor Ort welche kaufen. Pustekuchen. Dann war der Zug natürlich schon ausgebucht. Okay. Dann eben Fotos machen am Bahnhof und einen kleinen Spaziergang und das kleine, verschlafene Örtchen Aviemore erkunden. Danach dann ab ins Hotel… das…. im Wald war? Die Anfahrt war etwas gruselig. Aber als wir dann da waren, hat es uns umgehauen. Wirklich schön, wenn auch etwas aus der Zeit gefallen. Den Rest des Nachmittages sind wir um den See Loch an Eilein gewandert.

Nach der Wanderung knurrten natürlich unsere Mägen. Zum Glück hatte das Hotel ein eigenes Restaurant. Wir wurden höflich darauf hingewiesen, dass wir keine Verpflegung gebucht hatten und dass das jetzt auch nicht mehr möglich sei. Okay? Komisch? Aber kann man nichts machen. Also zurück nach Aviemore. Da wird es doch sicherlich etwas geben, oder? Sagen wir mal so: theoretisch ja, praktisch eher schwierig. Wir hatten natürlich nichts reserviert. Alles voll. Am Ende haben wir aber noch eine Pizzeria gefunden, bei der wir eine Pizza auf die Kralle geholt haben und dann im Hotel gegessen haben.
💡Insider Tipp: Am besten ALLES im voraus online buchen! Selbst während Corona waren viele Attraktionen schon ausgebucht!
Tag 5: Glasgow ist... normal?
Von Aviemore ging es dann den ganzen Weg südlich nach Glasgow. Auf dem Weg: ein Zwischenhalt in einem Wald, der einem wie verwunschen und wie aus einem Märchen vorkommt: The Hermitage. Eher ein Spaziergang als eine Wanderung, aber zur Auflockerung während der Fahrt wirklich toll. Sattes, grünes Moos, uralte Douglasien, ein rauschender Fluss mit kleinem Wasserfall und viel frischer Luft.


Unbedingt anhalten!
Glasgow hingegen fanden wir ehrlicher Weise etwas unspektakulär. Während Edinburgh nur so strotzte vor Charme und schottischer Romantik ist Glasgow eine recht normale Großstadt. Wir hatten trotzdem eine gute Zeit, aber ein Tag reicht unserer Meinung nach.
🌳 Insider-Tipp: bei Roadtrips nie einfach stumpf von A nach B fahren. Anhalten und umschauen lohnt sicht, vor Allem in Schottland!
Tag 6: Outlander und Whisky

Von Glasgow aus ging es am nächsten Tag wieder Richtung Edinburgh, allerdings mit einigen Zwischenstopps. Der Erste: Doune Castle. Wenn du eine Vorliebe für schottische Geschichte, Mittelalterromantik und Filme und Serien hast, dann bist du hier genau richtig. Hier wurden Szenen aus Game of Thrones und Outlander gedreht. Wenn du aber lieber die volle Dröhnung Geschichte willst, dann empfehlen wir klar Stirling und Stirling Castle.

Up to you.

Der nächste Halt: die Deanston Distillery. Macht unbedingt eine Führung und vorallem ein Tasting! Als wir da waren gab es leider keine Führungen wegen Covid, aber ein Tasting haben wir trotzdem bekommen. Und das war ein wirklich leckerer Whisky (auch wenn Arturs aktueller Whisky ein Bunnahabhain* ist), präsentiert von einem kompetenten MItarbeiter. Klare Empfehlung von Artur.
🥃 Tipp des Tages: Whisky schmeckt direkt in der Brennerei noch besser! Nicht verpassen!
Tag 7: Ein letzter Sonnenuntergang
Zu guter letzt ging es dann nochmal nach Edinburgh. Und hier endete die Reise dann auch schon. Wir haben nochmal eine Nacht in Edinburgh verbracht und den Sonnenuntergang am Authur's Seat genossen. So ging es dann nach 7 Tagen wieder nach Hause. Viel zu schnell. Wir hätten noch ewig bleiben können. Deswegen haben wir für 2026 eine erneute Schottlandreise in Planung. Aber dazu bei Zeiten mehr.
🌅 Tipp des Tages: Wenn du einen einfacheren Sonnenuntergang haben willst am letzten Abend, dann geh zu Calton Hill. Auch schön, aber weniger anstrengend.

Unsere Schottlandreise auch für dich!
Diese Reise war der Anfang von allem: von der Fotografie, vom Shop, von diesem Blog. Wir haben so viel gelernt, erlebt und gelacht (und sind vom Regen durchnässt worden).
Damit du deine eigene Schottland-Geschichte schreiben kannst, haben wir einen detaillierten 7-Tage-Reiseführer erstellt:
✔️ Tagesrouten mit Fotospots
✔️ Hintergrundinformationen zu Attraktionen
✔️ Hotel- und Restaurant-Empfehlungen
✔️ Packliste speziell für Schottland
✔️ Praktische Tipps (Linksverkehr, Brexit, Wetter)
✔️ Karte mit der gesamten Route
✔️ und und und...
Viel Spaß beim Planen und Reisen!
Nathi & Artur
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